Dürfen Arbeitnehmer in Deutschland Homeoffice verlangen? Welche rechtlichen Regelungen gelten, wenn von zu Hause gearbeitet wird? Und darf der Arbeitgeber den Wunsch nach mobiler Arbeit ablehnen? Diese Fragen stellen sich seit der Corona-Pandemie immer mehr Beschäftigte – und auch Arbeitgeber wollen wissen, wie sie rechtssichere Homeoffice-Regelungen gestalten können.
Gibt es in Deutschland einen Anspruch auf Homeoffice?
Aktuell gibt es in Deutschland weder für Homeoffice noch für mobile Arbeit einen gesetzlichen Anspruch. Beschäftigte können zwar jederzeit den Wunsch äußern, von zuhause oder unterwegs zu arbeiten, jedoch ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, dem zuzustimmen – und kann den Antrag sogar ohne Begründung ablehnen.
Umgekehrt darf aber auch der Arbeitgeber mobiles Arbeiten nicht einseitig anordnen. Eine entsprechende Regelung muss stets auf einer einvernehmlichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beruhen.
Welche rechtlichen Vorgaben gelten im Homeoffice und bei mobiler Arbeit?
Auch ohne gesetzlichen Anspruch gelten bei mobiler Arbeit bereits verbindliche Vorschriften:
- Arbeitszeitgesetz: Höchstarbeitszeiten, Pausenregelungen und Sonn- bzw. Feiertagsruhe gelten auch zu Hause.
- Arbeitsschutz: Der Arbeitgeber muss eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen und Mitarbeitende unterweisen – auch ohne Vor-Ort-Kontrolle.
- Datenschutz: IT-Sicherheit und Vertraulichkeit müssen gewährleistet sein, z. B. durch VPN-Verbindungen und klare Zugangsregeln.
- Mitbestimmung: In Betrieben mit Betriebsrat muss dieser bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit mitbestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG).
- Unfallversicherung: Seit 2021 gilt derselbe Schutz wie im Betrieb, auch für Wegeunfälle zur Kinderbetreuung (§ 8 SGB VII).
Wie wird Homeoffice rechtssicher geregelt?
Homeoffice sollte schriftlich im Arbeitsvertrag oder per Betriebsvereinbarung festgehalten werden. Empfehlenswert sind Regelungen zu:
- zeitlichem Umfang und festen Homeoffice-Tagen
- Erreichbarkeit und Kommunikationswegen
- Dokumentations- und Zeiterfassungspflichten
- technischer Ausstattung und Arbeitsschutz
- Datenschutz- und Sicherheitsstandards
- Zutrittsrechten des Arbeitgebers bei Bedarf
Fazit: Klare Regeln schützen beide Seiten
Homeoffice kann die Arbeitszufriedenheit und Produktivität steigern, bringt aber auch rechtliche Pflichten mit sich. Solange es keinen gesetzlichen Anspruch gibt, bleibt es bei einer individuellen Absprache. Um Streit zu vermeiden, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer alle wichtigen Punkte vertraglich regeln und dabei Arbeitszeit-, Arbeitsschutz- und Datenschutzvorgaben beachten.
Fachanwalt für Arbeitsrecht in Wuppertal berät zu Homeoffice & mobiler Arbeit
Sie haben Fragen zu Ihren Rechten und Pflichten bei Homeoffice und mobiler Arbeit? Unser erfahrener Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Daniel Junker berät Arbeitgeber und Arbeitnehmer bundesweit zu allen Fragen rund um Homeoffice, mobile Arbeit und flexible Arbeitszeitmodelle. Rufen Sie uns gerne an (0202 245 67 0) oder nutzen Sie unsere unverbindlichen Online-Beratung.