Filesharing-Abmahnung

Wer Filme und Musik liebt, gerät schnell in Versuchung, sich diese „kostenlos“ über Filesharing-Netzwerke zu beschaffen. Wenn der Urheber oder Schöpfer des Werkes dieser Verbreitung jedoch nicht zugestimmt hat, dann ist schon der Download illegal. Es drohen Schadensersatzansprüche und sogar strafrechtliche Konsequenzen.

Was viele nicht wissen: Je nach Einstellung der verwendeten Software wird die heruntergeladene Datei automatisch für andere Filesharing-Nutzer als Download zur Verfügung gestellt, was nochmals eine eigenständige Verletzung des Urheberrechts darstellen kann.
Oft vertreten wir auch arglose Inhaber von Internetanschlüssen, die für die Urheberrechtsverletzung verwendet wurden. Auf den ersten Blick haben diese nichts falsch gemacht, allerdings gilt in Deutschland noch die sog. „Störerhaftung“. Unter Umständen haftet daher auch der Anschlussinhaber für den entstandenen Schaden des Künstlers, obwohl er selbst nicht Täter ist. Dieses Risiko kann man minimieren, indem man z.B. das W-LAN  ausreichend verschlüsselt und alle Nutzer im Haushalt ausdrücklich und nachweisbar belehrt, dass der Anschluss nicht für derartige Zwecke missbraucht werden darf.

Wenn trotzdem eine Abmahnung im Briefkasten landet, sollte man unbedingt wissen, wie man sich richtig verhält. Gar nicht zu reagieren ist gefährlich aber genauso wenig sollte man die Vergleichsangebote der Abmahnanwälte blind akzeptieren. Verwenden Sie bitte auch nicht die Muster für die strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, die der Abmahnung beigefügt sind.

Gerne beraten wir Sie im Falle einer Abmahnung und verhandeln für Sie auf Augenhöhe mit dem gegnerischen Anwalt. In vielen Fällen kann der geltend gemachte Schadensersatzanspruch gänzlich abgewendet oder zumindest auf einen angemessenen Betrag verringert werden.

Aktuelles aus dem Rechtsbereich "Abmahnungen":

Filesharing: Amtsgericht München weist Abmahnung von Waldorf Frommer zurück!

Wer als Anschlussinhaber eine Abmahnung wegen Peer-to-peer Filesharings erhält, weil möglicherweise die eigenen Kinder mit Datei-Tauschbörsen im Internet Musik, Filme oder andere Dateien runter- oder hochgeladen haben, kann auf ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts (AG) München hoffen: Das Gericht entschied, dass Eltern in einem Mehrpersonenhaushalt nicht als „Störer“ für die Taten ihrer Kinder haften (Az. 264 C 23409/13).

Filesharing-Urteil: Eltern sollen gegen ihre Kinder aussagen – anwaltlicher Rat für eine effektive Verteidigung

Das Oberlandesgericht München hat in einer aktuellen Entscheidung festgelegt, dass Eltern in Filesharing-Fällen grundsätzlich für die Verantwortlichkeit ihrer Kinder haften. Wichtigste Essenz des Urteils ist, dass Eltern sich nicht pauschal hinter der Behauptung verstecken können, dass sie nicht für die Rechtsverletzung verantwortlich sind, sondern eine namentlich unbenannte andere Person (beispielsweise ein Kind) hätte in Anspruch genommen werden müssen (Az: 29 U 2593/15).

Filesharing: Internetanschlussinhaber hat keine Überwachungspflicht gegenüber volljährigem Besuch und BGH stellt neue Bemessung der Abmahnkosten vor

Bekommt man Besuch, der bereits erwachsen ist, so muss man diesen nicht vor der Internetnutzung belehren oder gar währenddessen überwachen, entschied der Bundesgerichtshof am 12.05.2015 (Az.: I ZR 86/15). Die Inhaberin eines Internetanschlusses bekam Besuch von ihrer volljährigen Nichte, die in Australien lebt. Sie reiste gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten an und beide durften den Laptop der Tante nutzen. Diese stellte den beiden bereitwillig sogar ihr Passwort zur Verfügung. Damit wurde allerdings nicht sorgsam umgegangen: Sie stellten den Film „Silver Linings Playbook“ über die IP-Adresse der Verwandten öffentlich zugänglich ins Netz. Dies ist natürlich ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz, doch kann die Anschlussinhaberin dafür haftbar gemacht werden?

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