Erbe & Testament

Wer seinen Nachlass unabhängig von der gesetzlichen Erbfolge regeln möchte, kann dies selbstverständlich tun. Eine solche Erbfolge wird durch ein Testament oder einen Erbvertrag geregelt. Grundsätzlich kann der Erblasser, ohne seine potentiellen Erben zu fragen, entscheiden, wen er wie im Falle seines Todes bedenken möchte. Um seinen letzten Willen zu dokumentieren, muss der Erblasser hierzu ein Testament aufsetzen. Ein Testament ist grundsätzlich an eine gewisse Form gebunden. Hier sollte stets fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden, will man sicherstellen, dass das Testament später nicht unwirksam ist.

Eine Variante zum Testament ist der Erbvertrag. In einem solchen Vertrag können Regelungen aufgenommen werden, die auch Dritte rechtlich verpflichten. Häufig werden hier Pflegeleistungen oder andere Dienstbarkeiten aufgenommen, im Gegenzug zu dem Versprechen, den anderen zum Erben einzusetzen. Der Vorteil solcher vertraglichen Regelungen liegt darin, dass bereits zu Lebzeiten mit den späteren Erben eine Regelung im gegenseitigen Einvernehmen geschlossen wird. Der Nachteil liegt darin, dass man in seiner Erbfolgeplanung regelmäßig gebunden ist. Auch hier gilt es, vernünftige Anordnungen zu treffen, die die jeweiligen Interessen am effektivsten vereinigen.

Das deutsche Erbrecht ist außerordentlich formstreng. Besonders wichtig ist es daher, dass das Testament in jeder Hinsicht, sowohl in formeller wie auch in inhaltlicher Sicht, wirksam ist. Denn naturgemäß hat man dann, wenn es darauf ankommt, keine Möglichkeit der Einflussnahme oder der Korrektur mehr, da das Testament natürlich erst dann zum Tragen kommt, wenn der Todesfall eingetreten ist. Daher regeln Sie Ihren Nachlass frühzeitig und nicht ohne fachliche Beratung. Hierzu steht Ihnen unser Erbrechts-Spezialist RA Jäger gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Aktuelles im Rechtsbereich "Familie & Erben":

Vorsicht: Beim Antrag auf Elternzeit sind viele arbeitsrechtliche Hürden zu beachten

Viele Eltern möchten sich nach der Geburt ihres Kindes eine Auszeit vom Beruf nehmen, um voll und ganz für ihren Nachwuchs da sein. Allerdings muss dafür vorher ein wirksamer Antrag beim Arbeitgeber gestellt werden. Beabsichtigt ein Elternteil die Inanspruchnahme von Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes, so muss spätestens sieben Wochen vor Beginn des Eintrittsdatums in die arbeitsfreie Zeit ein korrekter Antrag gestellt werden. Das Bundesarbeitsgericht hat am 10.05.2016, 9 AZR 145/15 entschieden, dass dieser Antrag sehr strengen Schriftformerfordernissen genügen muss.

Keine Restschuldbefreiung für Unterhaltschulden? Warum Unterhaltspflichtige ihren Unterhaltstitel bei Änderung ihrer finanziellen Verhältnisse zeitnah abändern sollten

Das Amtsgericht Hannover hat sich am 28.09.2015 (Az.: 909 IK 1072/15) mit Verbindlichkeiten aus gesetzlichem Unterhalt beschäftigt. Die Richter entschieden, dass Unterhaltsforderungen schon dann aus der Restschuldbefreiung ausgeschlossen sind, wenn allein die Zahlung des Unterhalts unterlassen wurde. Das heißt, dass die bloße Nichtzahlung sowohl die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtwidrigkeit als auch den Vorsatz indiziert und diesbezüglich keine Restschuldbefreiung erfolgt.

Nach Trennung: Wer zahlt die Miete der gemeinsamen Wohnung bis zur Kündigung?

Nach einer Trennung stehen viele Umbrüche an. Nicht selten sind auch Umzüge erforderlich, damit alle zufrieden sind und die Mieten der getrennten Haushalte finanziell abgedeckt werden können. Doch die Kündigungsfristen der alten Wohnung oder des Hauses sind dennoch einzuhalten, sodass zumindest für ein paar Monate nach der Trennung noch die Miete für die einst gemeinsam genutzte Wohnung bezahlt werden muss.

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