Arzthaftung und Patientenrechte

Wer sich in die Behandlung durch einen Arzt oder ein Krankenhaus begibt, erwartet regelmäßig Hilfe und Heilung.

Wird diese Erwartung z.B. durch ausbleibenden Behandlungserfolg, Fehlschlagen der Behandlung oder gar Verschlimmerung des Gesundheitszustandes nicht erfüllt, stellt sich für viele Betroffene die Frage, ob ärztliches Fehlverhalten oder gar ein ärztlicher Behandlungsfehler ursächlich war.

Häufig leiden Betroffene auf Grund eines Behandlungsfehlers unter schweren und dauerhaften Beeinträchtigungen, so dass neben Schmerzensgeldansprüchen insbesondere Ansprüche aus entgangenem Erwerbseinkommen, zusätzlichen Aufwendungen für die Haushaltsführung sowie lebenslanger Betreuung und Versorgung geltend zu machen sind.

Diese Ansprüche der Betroffenen bedingen allerdings, dass ein ärztlicher Behandlungsfehler festgestellt wird und dieser Fehler ursächlich für den bei dem Betroffenen eingetretenen Schaden ist. Der Betroffene muss hierbei grundsätzlich den Behandlungsfehler und dessen Ursächlichkeit für den Schaden beweisen.

Für Betroffene ist es ratsam, Zeugen, wie z. B. Zimmernachbarn aus dem Krankenhaus, medizinisches Personal oder nachbehandelnde Ärzte zu suchen, wenn sie den Verdacht haben, falsch behandelt zu werden bzw. behandelt worden zu sein und eine chronologische Aufstellung der Behandlung zu fertigen.

Betroffene Patienten stehen bei der Prüfung eines möglichen Behandlungsfehlers und erst recht bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche regelmäßig nicht nur dem Arzt oder Krankenhaus, sondern insbesondere deren Haftpflichtversicherungen mit ihren medizinischen und juristischen Beratern gegenüber.

Um nicht von Anfang an chancenlos zu sein oder mit einer symbolischen Entschädigung abgespeist zu werden, empfiehlt es sich für betroffene Patienten, so früh wie möglich einen Fachanwalt für Medizinrecht hinzuzuziehen.

Aktuelles aus dem Rechtsbereich "Medizin & Soziales":

Kassenpatienten: Nur im Notfall private Psychotherapie – auch bei langer Wartezeit

Oft müssen Kassenpatienten mehrere Wochen oder eher Monate auf eine Psychotherapie warten – zu lange, wenn dringender Behandlungsbedarf besteht. Weicht der Patient folglich auf eine private Therapie aus – ohne Absprache mit seiner Krankenkasse, so läuft er Gefahr, auf seinen Kosten sitzen zu bleiben.

Neues vom BGH: Tierärzte können nun leichter wegen grober Behandlungsfehler haftbar gemacht werden

Fehler von Ärzten haben nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Veterinärmedizin oftmals schlimme Folgen. Dies zeigt auch ein Fall, den jetzt der Bundesgerichtshof zu entscheiden hatte (Az.: VI ZR 247/15): Eine Pferdezüchterin rief ihren Tierarzt, da ihr Deckhengst eine Wunde am Bein hatte. Der Tierarzt untersuchte das Tier, versorgte die Wunde, nahm aber keine weiteren Untersuchungen vor. Eine mögliche Knochenfissur zog er nicht in Betracht. Fehlerhafterweise verordnete er nur zwei Tage Schonung des Tieres, obwohl der Knochenriss komplette Ruhe zur Heilung gefordert hätte. Es kam wie es kommen musste: Kurze Zeit später entwickelte sich die vom Tierarzt nicht bedachte Fissur zu einem kompletten Bruch des Knochens, der wertvolle Hengst musste infolgedessen eingeschläfert werden.

Lipödem, Liposuktion und Krankenkassen - Änderung der Rechtsprechung in Sicht? Oder: Das lange Warten auf das Bundessozialgericht

Im Juli 2015 hatten wir einen Artikel zu einer Entscheidung des Sozialgerichts Dresden vom 13.03.2015 (Az. S 47 KR 541/11) veröffentlicht, in der das Gericht eine gesetzliche Krankenkasse zur Übernahme der Kosten für eine stationär durchzuführende Liposuktion (Fettabsaugung) verurteilt hatte.
Anders als bei neuen Behandlungsmethoden im ambulanten Bereich, seien, so das SG Dresden, im stationären Bereich neue Behandlungsmethoden grundsätzlich zugelassen, solange sie nicht durch den gemeinsamen Bundesausschuss negativ beurteilt wurden und der Nutzen der Methode durch wissenschaftliche Studien belegt sei.

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