Nebenklage & Opferschutz

Medien berichten vornehmlich über den Täter und das verfassungsmäßige Recht, sich verteidigen zu lassen. Die wenigsten Leute wissen, dass sich auch die Opfer von Straftaten eines „Verteidigers“ bedienen können, der ihre Interessen in einem Strafverfahren und einem etwaigen Strafprozess vertritt. Bei schweren, gravierenden Straftaten, wie z.B. einer gefährlichen Körperverletzung oder auch Sexualdelikten, kann das Opfer die Zulassung der Nebenklage beantragen und – sofern die Voraussetzungen vorliegen – sich einen Anwalt als Nebenklagevertreter beiordnen lassen. Sofern die Nebenklage im Strafverfahren zugelassen wird, werden dem Nebenkläger und seinem Vertreter wesentliche erweiterte Verfahrensrechte eingeräumt. So ist es dem Nebenkläger und seinem Vertreter gestattet, im Prozess neben der Staatsanwaltschaft auf der Bank der Ankläger Platz zu nehmen und auch ein eigenes Fragerecht gegenüber dem Angeklagten und den Zeugen auszuüben. Ebenso besteht ein eigenes Antragsrecht hinsichtlich einer konkret zu beantragenden Strafe im Strafverfahren.

Darüber hinaus kann der Nebenkläger mit einer sogenannten Adhäsionsklage bereits im Strafprozess Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche einklagen.

Hierin liegt häufig ein wesentlicher Vorteil, da die Dauer eines Strafverfahrens deutlich kürzer ist als ein Zivilverfahren und häufig weitaus früher ein Urteil zu erwarten ist. Ein auf Nebenklagen spezialisierter Anwalt kann darüber hinaus dem Opfer qualifizierten Rat im Hinblick auf Unterstützungsleistungen von Psychologen und Hilfsorganisationen, wie z.B. dem Weißen Ring, geben und das Opfer in diesem Verfahren begleiten. Im Falle einer Verurteilung des Täters wird dieser dann auch dazu verpflichtet, im Wege des Schadensersatzes die angefallenen Kosten des Nebenklagevertreters und/oder auch des Adhäsionsverfahrens zu tragen und an das Opfer zu erstatten.

Gegebenenfalls ist auch eine Rechtsschutzversicherung eintrittspflichtig und übernimmt das Kostenrisiko einer Vertretung.

Aktuelles aus dem Rechtsbereich "Strafverteidigung & Verkehrsordnungswidrigkeiten":

Gutachter bestätigt „technisch nicht verwertbare Messergebnisse“ bei der Rotlichtüberwachung Viehhofstraße/Südstraße. Neues Gutachten belegt Serienfehler.

Gutachter bestätigt „technisch nicht verwertbare Messergebnisse“ bei der Rotlichtüberwachung Viehhofstraße/Südstraße. Neues Gutachten belegt Serienfehler.

Herr Rechtsanwalt Tim Geißler verteidigt einen Betroffenen in einem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen eines qualifizierten Rotlichtverstoßes an der Viehhofstraße/Südstraße. Das gerichtliche Aktenzeichen des Amtsgerichts Wuppertal lautet 10 OWi-723 Js 297/16-13/16.

Die Verteidigung hatte eine Unverwertbarkeit der Messung gerügt und Messfehler durch Beweisantrag unter Beweis gestellt.

WDR-Interview mit RA Tim Geißler: Neuer Beitrag zum Blitzer auf der A3 - Kreis Mettmann ignoriert Urteil des AG Kassel

Der Streit um den Blitzer auf der A3 bei Mettmann/Hilden geht in die nächste Runde. Nachdem das Amtsgericht Kassel einen Blitzer des gleichen Typs kürzlich einen Betroffenen in einem Ordnungswidrigkeiten freigesprochen hatte, besteht gute Hoffnung, dass diese Rechtsprechung auch auf das Gerät auf der A3 übertragen werden kann.

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat dies zum Anlass genommen, in seiner Servicezeit vom 15.11.2016 unseren Rechtsanwalt Tim Geißler, der federführend in NRW gegen das Gerät auf der A3 vorgeht, zu interviewen.

Neuer Blitzer auf der A52 bei Essen – darf die Stadt dort überhaupt mobil messen?

Seit dem 17.11.2016 steht auf der A52 in Essen, zwischen den Abfahrten Kettwig und Rüttenscheid ein futuristisch aussehender Blitzer, der kurzum in Betrieb genommen werden soll. Die Stadt Essen, welche den Blitzer laut einem Bericht der WAZ betreibt, möchte offenbar bis Sommer 2017 die Sicherheit in der dortigen Baustelle gewährleisten, in der derzeit nur Tempo 80 erlaubt ist.
Bei der gut getarnten Anlage handelt es sich um den so genannten „Enforcement Trailer“ der Firma Vitronic.

Punkte in Flensburg einfach „wegkaufen“ – Ist das erlaubt?

Seit mehreren Jahren bieten einige Dienstleister im Internet an, Verkehrssünder zu vermitteln, denen nach einer Ordnungswidrigkeit Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg und/oder Fahrverbote drohen. Doch das ist nicht ungefährlich.

Blitzer-Apps: Ist das Ausführen solcher Anwendungen auf dem Smartphone während der Fahrt erlaubt?

Über 5 Millionen haben sich Deutschlands erfolgreichste und bekannteste Blitzer-App schon auf ihr Smartphone geladen, manche haben für den Download sogar Geld bezahlt. Das Verwenden solcher Apps scheint sich also für viele zu lohnen.

Blitzer-Panne auf A3: Stadt Köln beginnt mit der Rückzahlung von Bußgeldern

Fast drei Monate ist es nun her, dass bekannt wurde, dass der Blitzer am Autobahnkreuz Köln Ost bei Königsforst auf der BAB 3 falsch eingestellt war. Statt bei der eigentlich geltenden Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, löste die Radarfalle schon bei Geschwindigkeiten über 60 km/h aus und blitzte so hunderttausende Autofahrer zu Unrecht.

Ihr Ansprechpartner:

Tim Geißler

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht

0202 245 67 0

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