Rückforderungsbescheide der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) über Millionenbeträge – für viele Betreiberinnen und Betreiber von Corona-Teststellen klingt das wie das endgültige Aus. Aktuelle Gerichtsentscheidungen zeigen jedoch: Selbst wenn die KV bereits gezahlte Vergütungen in voller Höhe zurückverlangt, ist das letzte Wort noch längst nicht gesprochen.
Millionen-Rückforderungen der KV gegen Testzentren – Gerichte bremsen pauschale Bescheide aus
Ein aktuelles Fallbeispiel macht deutlich, wie existenzbedrohend solche Bescheide sein können: Ein Betreiber zahlreicher Teststellen sah sich nach der Pandemie mit einer Rückforderung in zweistelliger Millionenhöhe konfrontiert – die KV verlangte pauschal sämtliche jemals ausgezahlten Vergütungen zurück. Ein Verwaltungsgericht stoppte dieses Vorgehen im Eilverfahren vollständig, weil die rechtlichen Voraussetzungen schlicht nicht erfüllt waren.
Wann ist eine KV-Rückforderung von Testvergütungen überhaupt rechtmäßig?
Das Gericht machte unmissverständlich klar: Eine vollständige, pauschale Rückforderung sämtlicher Testvergütungen ist nicht automatisch zulässig, nur weil einzelne Beanstandungen vorliegen. Die Kassenärztliche Vereinigung ist an strenge rechtliche Vorgaben gebunden – und diese Vorgaben gelten nicht nur dem Grunde nach, sondern auch hinsichtlich Umfang und Höhe der Rückforderung. Werden diese Grenzen überschritten, ist der Bescheid rechtswidrig.
Für betroffene Betreiberinnen und Betreiber bedeutet das: Ein Rückforderungsbescheid der KV ist keine automatische Zahlungspflicht. Es kommt entscheidend darauf an, ob die Behörde alle rechtlichen Anforderungen eingehalten hat – und ob die geforderte Summe tatsächlich dem entspricht, was das Gesetz erlaubt. Das ist keineswegs immer der Fall.
KV-Bescheid erhalten? So schützen Testzentrum-Betreiber ihre Vergütungsansprüche
Die aktuelle Rechtsprechung gibt betroffenen Betreiberinnen und Betreibern konkrete Möglichkeiten, sich gegen überzogene Rückforderungen der KV zu wehren. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Rückzahlungspflichten bestehen, hängt von den genauen Umständen des Einzelfalls ab. Entscheidend sind dabei Fragen, die ohne anwaltliche Prüfung kaum zu beurteilen sind.
Eines steht fest: Ein pauschaler Rückforderungsbescheid über den vollen ausgezahlten Betrag hält einer rechtlichen Überprüfung nicht zwangsläufig stand – und das Schweigen darauf kann teuer werden.
Rechtsanwalt für Corona-Teststellen: GKS berät Betreiber bei KV-Rückforderungen
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