Fachanwälte für Unterhalt und Unterhaltsrecht Wuppertal

Unterhalt und Unterhaltsrecht: Verschiedene Formen unterscheiden

Oftmals geht es bei einem Rechtsstreit im Familienrecht um Unterhaltszahlungen. Dann gilt es für einen Rechtsanwalt zu prüfen, ob überhaupt eine Unterhaltspflicht besteht und gegebenenfalls zu bestimmen, in welcher Höhe ein Anspruch auf Unterhaltszahlung besteht. Der Begriff „Unterhalt“ umfasst grundsätzlich alle Leistungen, die den Lebensbedarf einer Person sicherstellen sollen. Es gilt jedoch, zwischen verschiedenen Formen des Unterhalts zu unterscheiden:

1. Kindesunterhalt

Der Kindesunterhalt wird besonders relevant, wenn sich die Eltern eines Kindes trennen oder nicht mehr zusammen leben. Dann hat das Kind in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt gegen den Elternteil, der nicht mit dem Kind zusammen lebt. Die Höhe der Unterhaltszahlung richtet sich hier nach der Düsseldorfer Tabelle, bei der lediglich das Einkommen des Unterhaltsschuldners berücksichtigt wird (die aktuellste Düsseldorfer Tabelle von 2018 finden Sie hier). Problematisch wird es hier besonders, wenn die Mutter oder der Vater seiner/ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Nicht selten drohen dann finanzielle Engpässe, die für das Kind belastend sein können. Dabei muss berücksichtigt werden, ob die Kinder bereits volljährig sind und gegebenenfalls ihren Unterhalt selbst sicherstellen müssen oder als privilegierte Volljährige eingestuft werden, die bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres minderjährigen unverheirateten Kindern gleichgestellt sind. Erfolgt eine Unterhaltszahlung nicht oder nicht mehr, sollte man deshalb schnellstmöglich einen fachkundigen Rechtsanwalt aufsuchen, der Unterhaltsansprüche im Interesse der betroffenen Kinder rechtssicher durchsetzt oder sich um mögliche Alternativen bemüht.

2. Ehegattenunterhalt

Der Ehegattenunterhalt umfasst verschiedene einzelne Unterhaltsansprüche, die während der Ehe, im Zeitraum der Trennung und nach der rechtskräftigen Scheidung bestehen.

a) Trennungsunterhalt

Der Trennungsunterhalt ist für diejenigen Eheleute relevant, die noch nicht rechtskräftig geschieden sind, jedoch schon getrennt voneinander leben (besonders wichtig im sogenannten Trennungsjahr). Diese können während der Zeit vor der Scheidung einen angemessen Unterhalt voneinander verlangen. Der Trennungsunterhalt bezieht sich nur auf den Lebensbedarf des Ehegatten; gemeinsame Kinder werden hier nicht berücksichtigt.

b) Nachehelicher Unterhalt

Nach dem rechtskräftig abgeschlossenen Scheidungsverfahren muss der unterhaltspflichtige Elternteil unter Umständen den nachehelichen Unterhalt begleichen. Ab dem Zeitpunkt der Scheidung gilt jedoch grundsätzlich, dass jeder für sein Vermögen selbst verantwortlich ist. Daher kann ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nur bestehen, wenn im Zeitpunkt der Scheidung bestimmte Gründe für eine solche Pflicht vorliegen. Ein solcher Grund kann beispielsweise ein gemeinsames Kind im Alter von unter drei Jahren oder eine Krankheit des Ex-Ehegatten sein. Die Höhe dieses Unterhaltsanspruchs richtet sich nach den Lebensverhältnissen, die im Zeitpunkt der Scheidung bestehen, und ist damit zum größten Teil vom Einkommen abhängig. Eine feste Dauer, über welche der nacheheliche Unterhalt beglichen werden muss, legt das Gesetz nicht ausdrücklich fest. Allerdings kann die Unterhaltspflicht erlöschen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Grund für die Unterhaltszahlung wegfällt, der Unterhaltspflichtige nicht mehr zahlungsfähig ist oder der Zahlungspflichtige in ein neues Eheverhältnis eintritt.

3. Elternunterhalt

Schließlich gibt es noch den Elternunterhalt. Bei dieser Form des Unterhalts haben die unterhaltsbedürftigen Eltern einen Anspruch auf Unterhaltszahlung gegen die eigenen Kinder. Dies kann besonders relevant werden, wenn Eltern in einem Heim untergebracht werden müssen und die Pflegeversicherung oder Rente für die Begleichung der Kosten nicht ausreichen.

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Andreas Jäger

Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Erbrecht

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Oliver Schöning

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